Die SPD Esslingen ruft dazu auf, beim Bürgerentscheid am 8. März mit „Nein“ zu stimmen, um den Umzug der Stadtbücherei in das ehemalige Modehaus Kögel zu ermöglichen. Als Begründung werden mehr Fläche, bessere Barrierefreiheit und Impulse für die Innenstadt genannt.
Weiter Informationen finden Sie in folgendem Beitrag der SPD: https://www.spd-esslingen.de/2026/02/12/sagen-sie-nein-beim-buergerentscheid/
Diese Argumente verdienen eine sorgfältige Betrachtung.
1. Fläche allein entscheidet nicht über Qualität
Es stimmt: Das Kögel-Gebäude bietet mehr Quadratmeter. Doch mehr Fläche bedeutet nicht automatisch bessere Nutzung.
Eine Bibliothek lebt von klaren Strukturen, Aufenthaltsqualität, Atmosphäre und funktionaler Organisation. Entscheidend ist nicht nur die Größe, sondern die Qualität der Räume und ihre langfristige Finanzierbarkeit.
Der Pfleghof kann modernisiert und funktional weiterentwickelt werden. Erweiterungspotenziale wie die Heugasse 11 wurden bereits planerisch untersucht.
Die Frage ist daher nicht „mehr oder weniger Fläche“, sondern: Welche Lösung ist nachhaltig und wirtschaftlich verantwortbar?
2. Barrierefreiheit ist eine Frage des Willens
Barrierefreiheit ist ein zentrales Argument für den Kögel-Standort. Gleichzeitig wurde im Architektenwettbewerb 2022 gezeigt, dass eine barrierefreie Lösung im Pfleghof baulich möglich ist.
Die derzeit diskutierte „kleine Sanierung“ bildet nicht das gesamte Entwicklungspotenzial des Standorts ab. Ein fairer Vergleich müsste beide Standorte auf Grundlage vergleichbarer Ausbauvarianten gegenüberstellen.
3. Kosten müssen transparent betrachtet werden
Die Aussage, beide Varianten kosteten rund 20 Millionen Euro, greift zu kurz.
Ein seriöser Vergleich umfasst:
- Kaufpreis des Kögel-Gebäudes
- Umbaukosten
- Betriebskosten
- Personalbedarf bei mehr Fläche
- langfristige Instandhaltung
Gleichzeitig befindet sich die Stadt in einer angespannten Haushaltslage mit sinkenden Gewerbesteuereinnahmen und angekündigten Einsparungen.
In dieser Situation ist besondere finanzielle Zurückhaltung geboten. Investitionen müssen priorisiert und transparent begründet werden.
4. Innenstadtbelebung ist kein Automatismus
Eine Bibliothek kann Impulse für die Innenstadt setzen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob der Verlust von Einzelhandelsfläche an zentraler Lage langfristig sinnvoll ist.
Innenstadtentwicklung ist komplex. Sie lässt sich nicht allein durch Standortverlagerungen lösen.
5. Respekt vor demokratischen Entscheidungen
2019 haben die Bürgerinnen und Bürger für den Verbleib im Pfleghof gestimmt. Diese Entscheidung wurde später aufgehoben.
Der aktuelle Bürgerentscheid bietet die Möglichkeit, Klarheit zu schaffen und Vertrauen in demokratische Prozesse zu stärken.
Fazit
Der Pfleghof gehört der Stadt. Er ist identitätsstiftend, entwicklungsfähig und kann modernisiert werden.
Der Umzug in das Kögel-Gebäude bedeutet Ankauf, Umbau und langfristige finanzielle Verpflichtungen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.
Wir plädieren deshalb für eine verantwortungsvolle Lösung:
Ja zum Pfleghof.
Ja zu Transparenz.
Ja zu solider Haushaltsführung.
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Auf dieser Website finden Sie Hintergründe, Kostenvergleiche, Pläne und Kritikpunkte, für eine fundierte Entscheidung am 8. März 2026.
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