In der Zwiebel Esslingen, dem Vereinsforum der Esslinger Zeitung, wurde kürzlich der Artikel „Ist ein Verbleib im Pfleghof zukunftssicher?“ veröffentlicht.
Die Zwiebel ist dabei nicht nur eine Plattform für Vereine, Initiativen und Gremien, sondern beinhaltet auch das Amtsblatt der Stadt Esslingen am Neckar und erreicht damit eine hohe öffentliche Sichtbarkeit.
Der genannte Beitrag wurde vom Jugendgemeinderat Esslingen verfasst und ist hier abrufbar: https://zwiebel-es.de/ist-ein-verbleib-im-pfleghof-zukunftssicher/
Der Artikel stellt eine wichtige Frage, legt den Fokus jedoch stark auf die Barrierefreiheit des Pfleghofs im heutigen Zustand. Diese Perspektive ist nachvollziehbar, greift aber zu kurz und lässt zentrale Aspekte der tatsächlichen Entscheidungsfrage unberücksichtigt. Eine sachliche Einordnung ist daher notwendig.
1. Fakt: Der Pfleghof ist heute nutzbar, wenn auch eingeschränkt
Richtig ist: Die Stadtbücherei im Pfleghof entspricht aktuell nicht dem Standard moderner Barrierefreiheit.
Richtig ist aber auch: Sie ist derzeit mit dem Rollstuhl nutzbar.
Nicht komfortabel, nicht optimal, aber möglich.
Das ist ein entscheidender Unterschied, denn er zeigt: Es handelt sich nicht um ein grundsätzlich ungeeignetes Gebäude, sondern um eines, das Verbesserungen benötigt.
2. Der zentrale Punkt: Es geht nicht um den Ist-Zustand
Der Beitrag des Jugendgemeinderats bewertet den Pfleghof überwiegend anhand seines aktuellen Zustands. Genau hier liegt das methodische Problem.
Niemand fordert, den Pfleghof unverändert weiter zu betreiben.
Gegenstand der öffentlichen Debatte ist eine Renovierung und zwar nicht als starres Entweder-Oder, sondern in unterschiedlichen Ausbaustufen, abhängig von Haushaltslage, Prioritäten und zeitlicher Umsetzung.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht:
Ist der Pfleghof heute perfekt barrierefrei?
Sondern: Kann der Pfleghof nach einer Renovierung barrierefrei, funktional und zukunftsfähig genutzt werden?
Diese Frage bleibt im verlinkten Artikel unbeantwortet.
3. Fakt: Es gibt mehrere Renovierungsoptionen
In der kommunalen Praxis und auch in bisherigen Überlegungen, existieren unterschiedliche Ansätze:
- kleine Renovierungslösungen
- mittlere Ausbaustufen
- umfangreiche Modernisierungen
Alle diese Varianten berücksichtigen Barrierefreiheit, jedoch mit unterschiedlichem Umfang, unterschiedlicher Priorisierung und angepasster finanzieller Belastung. Dieses Stufenmodell ist bei Bestandsgebäuden üblich und ermöglicht es, Verbesserungen realistisch und haushaltsverträglich umzusetzen.
Die Darstellung, der Pfleghof sei entweder vollständig barrierefrei oder grundsätzlich nicht zukunftsfähig, bildet diese Realität nicht ab.
4. Ungleicher Vergleichsmaßstab im Vergleich zum Kögel
Auffällig ist zudem der unterschiedliche Maßstab:
- Beim Pfleghof wird der Ist-Zustand herangezogen.
- Beim Kögel wird implizit vom Zielzustand nach Kauf und Umbau ausgegangen.
Das ist kein fairer Vergleich. Ein sachlicher Vergleich müsste lauten:
- Pfleghof nach Renovierung
- Kögel nach Kauf, Umbau und Sanierung
Nur auf dieser Grundlage lassen sich Barrierefreiheit, Kosten, Risiken und Nutzen seriös gegeneinander abwägen.
5. Zukunftssicherheit heißt Entwicklungsfähigkeit
Zukunftssicherheit bedeutet nicht, dass ein Gebäude heute alle Idealstandards erfüllt.
Zukunftssicherheit entsteht durch:
- realistische Planung
- schrittweise Verbesserung
- Anpassungsfähigkeit
- transparente Entscheidungen
Der Pfleghof erfüllt diese Voraussetzungen grundsätzlich, sofern er nicht ausschließlich auf seinen aktuellen Zustand reduziert wird.
Fazit
Der Beitrag des Jugendgemeinderats in der Zwiebel greift ein relevantes Thema auf, betrachtet es jedoch einseitig. Er bewertet den Pfleghof anhand seines heutigen Zustands und blendet aus, dass Renovierung, Weiterentwicklung und stufenweise Barrierefreiheit zentrale Bestandteile der Debatte sind.
Gerade weil die Zwiebel eine Plattform mit hoher öffentlicher Relevanz ist und auch amtliche Informationen transportiert, braucht es bei einem so wichtigen Thema eine vollständige, differenzierte Einordnung.
Für den anstehenden Bürgerentscheid ist entscheidend, nicht zu fragen, wie ein Gebäude heute aussieht, sondern was realistisch aus ihm gemacht werden kann.
Nur auf dieser Grundlage können Bürgerinnen und Bürger informiert, fair und verantwortungsvoll entscheiden.
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